Wettanbieter mit deutscher Lizenz: Wer in Deutschland 2026 legal Sportwetten anbietet

Updated Oktober 2026
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Stand: 15 Oktober 2026 · geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL)

Ein Holzschreibtisch im Morgenlicht mit geschlossenem Notizbuch, Kugelschreiber und Kaffeetasse, daneben ein Smartphone mit dunklem Bildschirm.
Im Jahr 2024 hatten 32 Veranstalter eine GGL-Erlaubnis für Sportwetten, davon 13 hybrid und 19 nur für den Internetvertrieb; 27 dieser Erlaubnisinhaber hatten ein aktives Angebot.

Wer in Deutschland Sportwetten anbieten will, braucht eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Nur dreißig Einträge stehen aktuell auf dieser Whitelist, und 27 davon decken Sportwetten ab. Die übrigen Buchmacher im Netz, von Curaçao bis Malta, von Anjouan bis in die Karibik, fallen durch dieses Raster. Genau hier setzt dieser Vergleich an: nicht die lauteste Werbung, sondern die Frage, wer die deutsche Erlaubnis hält, wer sie nicht hält und was die Erlaubnis konkret für den Wettenden bedeutet.

Die Reihenfolge in diesem Text folgt einer bewussten Entscheidung. Wer gleich erfährt, wie der Spielerschutz funktioniert und was ein anbieterübergreifendes Einzahlungslimit konkret kostet, liest die Rangliste mit anderen Augen. Wer die Aufsichtsbehörde, das Steuersystem und die Whitelist kennt, sortiert Anbieter nicht nach Bonusversprechen, sondern nach dem, was am Ende auf dem Wettschein steht. Der Vergleich schließt mit zehn Anbietern, die alle eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis besitzen, und zeigt, wo jeder einzelne imRaster auffällt und wo nicht.

Inhaltsverzeichnis
  1. Spielerschutz und Einzahlungslimit: Was die deutsche Erlaubnis konkret kostet
  2. Die Rangliste: Zehn Anbieter mit GGL-Erlaubnis im Vergleich
  3. Was eine deutsche Lizenz bedeutet: Aufsicht, Steuern und Spielregeln
  4. Die Märkte: Was die Quoten hergeben und was sie kosten
  5. Wer auf der Whitelist steht und wer nicht
  6. Suchtprävention und der Weg aus dem Spiel
  7. Bewertungsraster: Wie ein Vergleich entsteht, der etwas aussagt
  8. Häufig gestellte Fragen

Spielerschutz und Einzahlungslimit: Was die deutsche Erlaubnis konkret kostet

Eine deutsche Erlaubnis bringt Regeln mit, die auf den ersten Blick nach Einschränkung klingen. Wer sie aber als Kosten versteht, sieht genauer hin: Es sind Regeln, die das Verhalten eines Anbieters begrenzen, nicht das eines Wettenden. Und sie haben einen Preis, der sich an konkreten Stellen zeigt.

Die Silhouette einer Person sitzt am Abend am Fenster und blickt auf eine Straße, auf dem Fensterbrett steht ein Glas Wasser.
Die GGL nennt für den Online-Glücksspielmarkt in Deutschland eine Kanalisierungsquote von 77 %: 23 % des Marktvolumens 2024 entfielen auf unerlaubte Angebote.

Das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat

Der Glücksspielstaatsvertrag setzt in § 6c Abs. 1 eine Obergrenze: 1.000 € pro Kalendermonat, einzahlen darf man auf alle Anbieter mit deutscher Erlaubnis zusammen, nicht pro Anbieter. Wer also im Januar bei Anbieter A 600 € einzahlt und bei Anbieter B weitere 500 €, hat das Limit erreicht und kann bei Anbieter C keinen Cent mehr einzahlen, bis der Februar beginnt. Das Limit gilt nicht pro Konto, sondern pro Person über alle erlaubten Anbieter hinweg, und es wird technisch über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt, an die jeder Anbieter angeschlossen ist.

Die einzige Möglichkeit, das Limit zu erhöhen, sieht der Vertrag ausdrücklich vor: Der Anbieter darf bei einem einzelnen Spielenden eine höhere Grenze festlegen, bis 10.000 € pro Monat, und unter sehr engen Bedingungen sogar bis 30.000 €, allerdings nur für höchstens ein Prozent seiner aktiven Kundinnen und Kunden. Voraussetzung in beiden Fällen ist ein nachprüfbarer Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, eine Selbsterklärung reicht nicht. Senkungen des Limits gelten sofort, Erhöhungen erst nach sieben Tagen Karenzzeit.

Ein Fußball liegt auf dem Anstoßpunkt eines leeren Rasenplatzes, im Hintergrund eine ruhige Tribüne unter bedecktem Himmel.
Die ersten länderübergreifenden Erlaubnisse für Sportwetten konnten aufgrund von Gerichtsverfahren erst im Oktober 2020 vergeben werden.

Wer das Limit umgehen will, indem er zu einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis wechselt, tauscht die Regel gegen ein anderes Problem: Solche Anbieter sind nicht an die Limitdatei angeschlossen, können also höhere Einzahlungen annehmen, bieten aber auch keinen Zugang zu OASIS und keine insolvenzgeschützte Verwahrung der Spielergelder.

Verifizierung, Parallelenspiel und 72-Stunden-Regel

Vor der vollständigen Verifizierung, also bevor Ausweis und Adresse bestätigt sind, darf ein Anbieter nach § 6a höchstens 72 Stunden spielen lassen, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlung von Gewinnen. Die Spielerkonten werden auf den echten Namen geführt, ein Konto pro Person und Anbieter, weitere Konten unter Pseudonymen, Zweitkonten im Haushalt und das Hin- und Herschieben zwischen Anbietern, um Limits zu unterlaufen, sind durch die LUGAS-Aktivitätsdatei technisch unterbunden.

Ein Stadion unter Flutlicht aus der Ferne gesehen, in der Dämmerung, davor ein leerer Parkplatz und ein Feldweg.
Auf der Whitelist der GGL steht bet365 mit der Hillside (Europe) ENC, Sitz Ta’Xbiex, Malta; Stand der Liste: 2. Oktober 2026.

OASIS, die Panikfunktion und was im Ernstfall passiert

Das Spielersperrsystem OASIS (§§ 8, 8a GlüStV) ist die zweite Säule. Jeder Anbieter mit deutscher Erlaubnis ist verpflichtet, bei Registrierung und Anmeldung abzufragen, ob ein Sperreintrag besteht. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der oder die Spielende selbst eine Frist nennt, ansonsten mindestens ein Jahr. Wer auf einer ODDSET-Annahmestelle in der Vergangenheit gesperrt wurde, bleibt auf der Liste und kann sich auch online nicht bei einem anderen Anbieter anmelden.

Daneben steht die Panikfunktion nach § 6i Abs. 3: Eine 24-Stunden-Sperre, die der Anbieter selbst auslösen muss, wenn der oder die Spielende einen entsprechenden Knopf drückt. Die Sperre gilt sofort, ohne Wartezeit, endet aber nach 24 Stunden. Wer ernsthaft Abstand gewinnen will, nutzt OASIS, nicht den Panikbutton. Die 24-Stunden-Sperre ist eine Atempause, die Selbstsperre eine Entscheidung.

Ein Tennisplatz bei Sonnenaufgang, Netz und Linien im Streiflicht, ohne Menschen, mit langen Schatten auf dem Sandbelag.
Die Kanalisierungsquote im Sportwettenmarkt lag 2022 bei deutlich über 95 Prozent; illegale Anbieter hatten einen Marktanteil von weniger als fünf Prozent.

Wer trägt die Sportwettensteuer, und wie viel bleibt davon übrig

Die Wettsteuer, in der Branche kurz Wettsteuer, im Gesetzestext Sportwettensteuer (§§ 16 bis 25 RennwLottG), beträgt 5,3 % auf einer ungewöhnlichen Bemessungsgrundlage: dem Einsatz minus die Steuer selbst. Das ergibt etwa 5,03 % des tatsächlich eingezahlten Betrags (5,3 geteilt durch 105,3). Schuldner ist der Veranstalter, also der Buchmacher, nicht der oder die Wettende. Ob und wie der Anbieter die Steuer an die Spielenden weitergibt, ist eine unternehmerische Entscheidung, die in den AGB jedes einzelnen Anbieters steht. Manche ziehen sie direkt vom Einsatz ab, andere übernehmen sie und rechnen mit leicht reduzierten Quoten, bei dritten Anbietern bleibt die Quote nominell gleich, der Nettoumsatz fällt. Wer die Steuerquote kennt, schaut auf den Nettoeinsatz und nicht auf das Werbeversprechen. Was die Steuer nicht ist: ein Gütesiegel. Auch Anbieter ohne deutsche Erlaubnis führen Wettsteuer ab, das Finanzamt kassiert unabhängig von der Aufsichtsbehörde.

Die Rangliste: Zehn Anbieter mit GGL-Erlaubnis im Vergleich

Die Rangliste folgt einem offenen Bewertungsraster. Lizenzstatus, Quotenniveau, Zahlungswege und die Erlaubnisdaten stehen nebeneinander. Wer in dieser Liste steht, hat eine Erlaubnis der GGL für den deutschen Markt, was die Reihenfolge nicht sagt: Wer für welchen Spielertyp am besten passt, ist eine andere Frage.

Mehrere Fußbälle stehen in einer ordentlichen Reihe auf einem Holzregal neben einer kleinen Küchenwaage, nüchtern und hell fotografiert.
Nach Angabe der GGL haben im September 2026 insgesamt 129 Veranstalter und Vermittler eine Erlaubnis und stehen auf der amtlichen Whitelist (alle Glücksspielarten).

Was die Rangliste misst und was nicht

Der Begriff „bester Wettanbieter“ hat im deutschen Markt eine konkrete Bedeutung: Es geht nicht um den höchsten Bonus, nicht um die aggressivste Werbung, sondern um die Frage, ob ein Anbieter eine Erlaubnis hat, wie lange er sie schon hält, und wie er mit den Auflagen umgeht, die der Glücksspielstaatsvertrag macht. Die Erlaubnisdaten stammen aus der Whitelist der GGL, Stand 02.10.2026.

Was die Liste bewusst ausblendet: aktuelle Bonusaktionen, Quotenvergleiche einzelner Events, Auszahlungsgeschwindigkeit im Tagesgeschäft. Solche Werte schwanken täglich, und ein Vergleich, der den Stand von gestern einfriert, ist bei der nächsten Aktualisierung veraltet. Wer eine konkrete Wette platzieren will, prüft den Anbieter direkt im Wettprogramm und in den AGB, nicht in einer Jahresrangliste.

Vergleich auf einen Blick

Anbieter Whitelist-Status Erlaubnisinhaber Sportwetten-Erlaubnis seit
Bet3000 Whitelist-Eintrag I.B.C. Sportsbetting Limited, Sliema, Malta 22.04.2026
Winamax Whitelist-Eintrag WINAMAX SA 29.06.2021
Tipico Whitelist-Eintrag Tipico Co. Limited 09.10.2020
Sportingbet Whitelist-Eintrag Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020
sportwetten Whitelist-Eintrag NetX Betting Limited, Birkirkara, Malta 19.11.2020
LeoVegas Whitelist-Eintrag LVSports Limited 21.10.2024
AdmiralBet Whitelist-Eintrag Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020
bet-at-home Whitelist-Eintrag Bet-at-home.com Internet Limited 02.11.2020
Betano Whitelist-Eintrag Betkick Sportsbetting Limited, St. Julians, Malta 19.02.2021
NEO.bet Whitelist-Eintrag Greenvest Betting Limited 09.10.2020

Die Tabelle zeigt drei Dinge: Erstens, alle zehn haben einen Whitelist-Eintrag zum Stichtag 02.10.2026, was die Grundvoraussetzung ist. Zweitens, sechs von ihnen haben die Erlaubnis bereits in der ersten Welle im Oktober oder November 2020 erhalten, das ist der Zeitpunkt, an dem die ersten länderübergreifenden Erlaubnisse nach den gerichtlichen Verfahren aus dem Frühjahr vergeben werden konnten. Drittens, zwei Anbieter sind später dazugekommen: LeoVegas im Oktober 2024, Bet3000 erst im April 2026. Die übrigen Erlaubnisdaten stehen für die erste Welle plus die routinemäßigen Folgeerlaubnisse aus 2022.

Bet3000

Bet3000 ist die jüngste Erlaubnis in der Liste. Die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema, Malta, hält die deutsche Sportwetten-Erlaubnis seit dem 22.04.2026. Wer den Anbieter vom stationären Wettbüro kennt, findet online denselben Namen mit GGL-Eintrag wieder. Der Neustart auf dem deutschen Markt bedeutet, dass die Spielstärke der Onlineplattform sich erst noch zeigen muss: Wettprogramm, Quoteniveau, Auszahlungstempo, all das sind Größen, die sich über Monate einspielen, nicht über ein Quartal. Die Erlaubnis selbst steht, was zählt, ist die Plattform.

Winamax

Winamax ist über die Lizenzschiene Darmstadt in den deutschen Markt gekommen, mit einer ersten Erlaubnis vom 29.06.2021 und einer Folgeerlaubnis vom 08.12.2022. Das Regierungspräsidium Darmstadt hatte in der Übergangsphase bis zur GGL-Gründung 2021 die ersten Erlaubnisse vergeben, beaufsichtigt wird das Angebot inzwischen zentral von Halle aus. Winamax bringt aus dem französischen Heimatmarkt einen Schwerpunkt auf Poker mit, ist in Deutschland aber offiziell nur für die Sportwetten-Erlaubnis gelistet. Das ist ein schmales Profil im Vergleich zu Mitbewerbern, die zusätzlich virtuelle Automatenspiele anbieten dürfen, und es zeigt sich am Wettprogramm.

Tipico

Tipico gehört zu den Anbietern der ersten Stunde. Die Erlaubnis datiert auf den 09.10.2020, mit einer Folgeerlaubnis am 09.12.2022. Die Marke ist im deutschen Markt über die Wettbüros sichtbar verankert, online ist Tipico einer der wenigen Anbieter, die parallel stationär und digital unter GGL-Aufsicht arbeiten, ein sogenannter hybrider Vertrieb. Diese Doppelspur bedeutet Stationärdichte, was die Erreichbarkeit erleichtert, gleichzeitig aber auch eine Bindung an das Franchise- und Annahmestellenmodell, das die Kostenstruktur prägt. Was Tipico im laufenden Rechtsstreit um die Erstattung von Verlusten aus den Jahren 2013 bis 2018 erwartet, ist eine offene Frage: Der Bundesgerichtshof hat die Sache am 25.07.2024 dem EuGH vorgelegt, der Generalanwalt hat in seinen Schlussanträgen am 19.03.2026 eine Erstattung grundsätzlich für möglich gehalten.

Sportingbet

Sportingbet hält die Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020, mit einer Folgeerlaubnis am 21.12.2022, und zusätzlich eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 15.11.2022. Das ist die Kombination, die bei vielen Anbietern im Portfolio auftaucht: zwei Erlaubnisse, eine für Sport, eine für virtuelle Slots, beide separat. Wer bei Sportingbet spielt, spielt innerhalb der Whitelist-Grenzen, das bedeutet insbesondere, dass keine Casino-Live-Dealer-Spiele angeboten werden und das Wettprogramm nur die erlaubten Sportarten und Märkte umfasst. Die Plattform selbst gehört zur Entain-Gruppe und ist international erprobt, im deutschen Markt tritt sie eher zurückhaltend auf.

sportwetten

sportwetten gehört zur NetX Betting Limited mit Sitz in Birkirkara, Malta, und hat die deutsche Erlaubnis seit dem 19.11.2020, mit einer Folgeerlaubnis am 16.12.2022. Die Marke positioniert sich als einer der wenigen Anbieter, die den Namen tragen, der dem deutschen Leser am nächsten kommt: wörtlich „Sportwetten“. Das ist auch schon das, was an Spezialisierung auffällt. Im Wettprogramm unterscheidet sich der Anbieter nicht strukturell von der Konkurrenz: Fußball zu Beginn der Saison, Live-Wetten am Wochenende, Standard.

LeoVegas

LeoVegas ist über die LVSports Limited auf der Whitelist, mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21.10.2024 und einer Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 27.02.2023. Die Marke kommt aus dem skandinavischen Online-Casino-Geschäft und betritt den deutschen Sportwettenmarkt später als die Konkurrenz. Das hat Vor- und Nachteile: Die mobile Plattform ist aus dem Casino-Bereich gereift und gilt als ausgereift, gleichzeitig ist das Sportwetten-Angebot schmaler und auf wenige Sportarten, vor allem Fußball, Tennis und Basketball, konzentriert. Wer eine breite Wettauswahl sucht, wird hier weniger finden als bei den Anbietern der ersten Stunde.

AdmiralBet

AdmiralBet ist die deutsche Dependance der österreichischen Novomatic-Sportwetten-Sparte, getragen von der Greentube Betting Malta Limited. Die Erlaubnis datiert auf den 09.10.2020, mit Folgeerlaubnissen am 13.12.2022 und 29.07.2024. Eine separate Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele besteht seit dem 28.09.2022. Das Profil: hybride Vertriebsstruktur, ähnlich wie Tipico mit Annahmestellen und Onlinepräsenz, und ein Schwerpunkt, der aus der Automatenbranche kommt. Für klassische Sportwettkundinnen und -kunden heißt das: vertraute Spielstätten vor Ort, ein Onlineauftritt, der auf den ersten Blick wie ein Anbieter unter vielen wirkt, im Detail aber die Verwurzelung in der stationären Branche nicht verleugnet.

bet-at-home

bet-at-home hält die Erlaubnis seit dem 02.11.2020, mit einer Folgeerlaubnis am 22.12.2022 und einer zusätzlichen Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 28.12.2022. Die Marke gehört zur Bet-at-home.com Internet Limited, einem Anbieter, der in mehreren europäischen Märkten aktiv ist und im deutschen Markt mit einer schlanken Plattform auftritt. Weniger Fokus auf Casino, mehr auf Sport, das ist die Positionierung. In der Wahrnehmung vieler Spielender ist bet-at-home der Anbieter, der nicht durch Werbung auffällt, sondern durch Bestand, eine Größe, die im deutschen Markt nach dem Lizenzwechsel 2020/2021 seltener geworden ist.

Betano

Betano gehört zur Betkick Sportsbetting Limited, einer österreichischen Gesellschaft im Besitz von Stoiximan, mit Sitz in St. Julians, Malta. Die erste deutsche Erlaubnis wurde am 19.02.2021 erteilt, die Folgeerlaubnis am 16.12.2022. Im deutschen Markt tritt Betano mit einem breiten Sportangebot auf, Fußball inklusive, dazu Tennis, Basketball, Eishockey und eine zunehmende Zahl weiterer Sportarten. Die Marke hat in den letzten Jahren Marketingoffensiven im deutschen Fußball-Umfeld gefahren und ist in der Wahrnehmung vieler Spielender sichtbarer als andere Anbieter auf der Liste. Sichtbarkeit ist kein Qualitätsmerkmal, aber sie ist ein Hinweis auf Ressourcen, die der Anbieter in den Markt investiert.

NEO.bet

NEO.bet ist die deutsche Marke der Greenvest Betting Limited, mit einer Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis am 22.12.2022. Die Plattform tritt mit einem klaren Fußball-Schwerpunkt auf, ergänzt um die Standardsportarten, und positioniert sich als technisch moderne Alternative zu den etablierten Marken. Was fehlt, ist die zusätzliche Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele, NEO.bet ist in der Whitelist nur für die Sportwetten geführt. Für Spielende, die ohnehin nur Sportwetten platzieren, ist das kein Nachteil, im Gegenteil: Wer keine Casino-Angebote auf der Plattform haben will, findet hier eine konsequentere Trennung.

Was eine deutsche Lizenz bedeutet: Aufsicht, Steuern und Spielregeln

Eine Erlaubnis der GGL ist mehr als ein Stempel auf der Whitelist. Sie definiert, was ein Anbieter tun darf, was er nicht tun darf, und welche Auflagen er erfüllen muss, damit die Erlaubnis nicht widerrufen wird. Wer die Mechanik versteht, sieht einen Anbieter anders.

Eine Hand legt einen leeren Papier-Wettschein neben einen Kugelschreiber auf einen Holztisch, im Hintergrund unscharf ein Fußballplatz.
Der regulierte deutsche Glücksspielmarkt hatte 2024 ein Volumen von etwa 14,4 Mrd. Euro an Bruttospielerträgen; die Steuereinnahmen betrugen rund sieben Mrd. Euro.

Wer aufsicht, wer besteuert, wer haftet

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle an der Saale ist die zentrale Aufsichtsbehörde, zuständig für die Erlaubniserteilung, die laufende Überwachung und die Sanktionierung von Verstößen gegen den Glücksspielstaatsvertrag 2021. Sie ist nicht zu verwechseln mit dem Regierungspräsidium Darmstadt, das in der Übergangsphase zwischen 2020 und 2021 die ersten Erlaubnisse ausgestellt hat und seitdem nicht mehr in dieser Rolle tätig ist. Die Aufsicht ist einheitlich und konzentriert, die Verfahren laufen zentral.

Die Besteuerung von Sportwetten ist eine andere Behördenfrage. Die Wettsteuer wird vom Finanzamt erhoben, nicht von der GGL, und sie ist eine Frage des Steuerrechts, nicht des Aufsichtsrechts. Daraus folgt ein einfacher Grundsatz: Die Zahlung von Wettsteuer ist kein Indiz für eine gültige Erlaubnis. Auch Anbieter ohne deutsche Lizenz führen Wettsteuer ab, weil die Steuer am Ort des organisierten Spiels anfällt, unabhängig davon, ob dieses Spiel in Deutschland erlaubt ist.

Haftungsfragen, insbesondere die Rückforderung verlorener Einsätze, sind zivilrechtlicher Natur und werden vor deutschen Gerichten verhandelt. Der Bundesgerichtshof hat am 25.07.2024 dem Europäischen Gerichtshof die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht, ein Verfahren, in dem ein Kläger von Tipico mehr als 3.700 € aus den Jahren 2013 bis 2018 zurückfordert. Der Generalanwalt hat in seinen Schlussanträgen am 19.03.2026 eine Rückzahlungspflicht grundsätzlich für möglich gehalten, mit einer Ausnahme: Wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen, entfällt der Anspruch. Das ist noch kein Urteil, es ist eine Richtungsmarkierung.

Welche Wetten erlaubt sind und welche nicht

Der Glücksspielstaatsvertrag definiert in § 21 Abs. 1, was erlaubt ist: festquotierte Wetten auf den Ausgang eines Sportereignisses oder eines Abschnitts davon, sowie auf Vorkommnisse während des Ereignisses, einzeln oder in Kombination. Was genau angeboten werden darf, ergibt sich aus dem Sportwettprogramm, das die GGL nach § 21 Abs. 5 genehmigt. Das ist eine regulatorische Mauer, hinter der sich das tatsächliche Angebot bewegt.

Live-Wetten nach § 21 Abs. 4 sind während eines laufenden Ereignisses nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente erlaubt, und nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Nächstes Tor im Fußball, ja, weil Tore selten sind. Nächster Satz im Tennis, ja, weil Sätze lang dauern. Nächster Punkt im Tennis, nein, weil Punkte häufig sind. Nächster Korb im Basketball, nein. Wer eine Live-Wette platzieren will, prüft vorab, ob der Markt überhaupt angeboten wird, das Fehlen bestimmter Live-Märkte ist kein technisches Versehen, sondern eine Folge der regulatorischen Mauer.

Ausgeschlossen sind Wetten auf Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren, in der GGL-Praxis zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateursport, weiterhin manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig, was Anbieter mit deutschem Sitz davon abhält, auf Wahl- oder Promi-Events zu quotieren. Auf E-Sports kann nicht gewettet werden, E-Sports ist nach GGL-Auffassung kein Sport im Sinne des Staatsvertrags. Eine Erlaubnis für virtuelle Sportarten ist im Staatsvertrag nicht vorgesehen.

Was im Einzelfall bezahlt wird, ergibt sich nach dem Ende des Ereignisses. Gewinne werden erst nach dem offiziellen Schluss ausgezahlt, ein Cash Out, also der vorzeitige Verkauf einer offenen Wette, ist eine Funktion des Anbieters, nicht des Gesetzes, und kann angeboten werden, muss aber nicht.

Werbung, Bonus und das, was nicht im Staatsvertrag steht

Werbung für Glücksspiel darf in Deutschland nur von Erlaubnisinhabern gemacht werden, das ist die Grundregel des § 5 Abs. 7. Das Werbeverbot zwischen 06:00 und 21:00 Uhr betrifft virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casinospiele, nicht Sportwetten. Für Sportwetten gelten andere Regeln: keine Werbung unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung des Ereignisses auf demselben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlerinnen und Sportlern oder Funktionären, keine Affiliate-Vergütung, die an Umsatz, Einzahlung oder Einsatz gekoppelt ist. Was im Staatsvertrag nicht steht, sind konkrete Bonuslimits, Mindestquoten oder Umsatzfaktoren. Solche Bedingungen kommen aus den AGB des jeweiligen Anbieters und sind nicht über die GGL vereinheitlicht.

Offshore und die Frage, warum eine Lizenz aus Curaçao in Deutschland nicht zählt

Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta ist keine deutsche Erlaubnis und hat in Deutschland keine rechtliche Wirkung. Wer von dort aus in Deutschland Sportwetten anbietet, macht das nach § 4 Abs. 1 GlüStV unerlaubt, unabhängig von der Werbung, die der Anbieter betreibt. Die GGL hat in einer Mitteilung vom 17.09.2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten „wie etwa Platincasino“ gewarnt. Solche Warnungen sind kein Einzelfall, sie sind Teil einer wachsenden Vollzugspraxis: Die Zahl der Untersagungsverfahren der GGL ist von 68 im Jahr 2022 auf 287 im Jahr 2025 gestiegen, 1.843 illegale Websites waren 2025 aufgrund von Untersagungen oder Netzsperren aus Deutschland nicht mehr erreichbar.

Was das praktisch heißt: Anbieter ohne deutsche Erlaubnis sind weder an OASIS noch an die LUGAS-Limitdatei angeschlossen, sie führen keine insolvenzgeschützte Verwahrung der Spielergelder nach § 6b Abs. 6-7, und sie nehmen Zahlungen oft über Wege an, die im deutschen Markt nicht zulässig sind. Die Wettsteuer zahlen sie ans deutsche Finanzamt, weil das Steuerrecht unabhängig vom Aufsichtsrecht greift, aber die Aufsicht haben sie nicht. Wer dort spielt, spielt in einem rechtsfreien Raum, was weder ein Gütesiegel noch ein Anklagepunkt ist, schlicht eine Tatsache. Bei Streitigkeiten ist der Rückweg vor deutschen Gerichten möglich, wie der Tipico-Fall zeigt, aber er ist kein Automatismus.

Die Märkte: Was die Quoten hergeben und was sie kosten

Wer eine Wette platziert, zahlt einen Preis, der in der Quote steckt. Dieser Preis ist die Marge des Buchmachers, also der Anteil, den der Anbieter pro eingesetztem Euro einbehält, bevor er Gewinne auszahlt. Wer die Marge kennt, sieht, warum die Quote 2,10 nicht 2,10 wert ist.

Die Formel hinter der Quote

Die Auszahlungsquote eines Marktes ergibt sich aus der Umkehrung der Quoten aller möglichen Ausgänge. Für einen Zwei-Wege-Markt mit den Quoten 1,90 und 1,90 ergibt sich eine Auszahlungsquote von 1 geteilt durch (1/1,90 plus 1/1,90), also 1 geteilt durch 1,0526, etwa 95 %. Die Marge, also der Anteil, den der Anbieter einbehält, ist 100 % minus 95 %, also etwa 5 %. Bei drei möglichen Ausgängen, etwa einem 1-X-2-Markt im Fußball, sinkt die Auszahlungsquote bei vergleichbaren Quoten weiter, typischerweise auf etwa 94 % bis 95 %, was einer Marge von etwa 5 % bis 6 % entspricht. Das ist die Größenordnung, in der sich deutsche Anbieter mit GGL-Erlaubnis bewegen.

Erwarteter Verlust bei Nutzung des Einzahlungslimits

Wer das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat (die Standardgrenze nach § 6c GlüStV) einmal vollständig auf einen Zwei-Wege-Markt mit Quoten von 1,90 / 1,90 setzt, riskiert 1.000 € Einsatz, um im Erfolgsfall 1.900 € zurückzuerhalten. Bei einer Marge von 5 % ergibt sich daraus rechnerisch ein Verlustbereich: Über viele solcher Wetten hinweg nähert sich der statistische Verlust dem Produkt aus Einsatz und Marge an, also rund 50 € pro Monat. Das ist keine Vorhersage für die einzelne Wette, sondern die statistische Kostenbelastung bei vollständiger Ausnutzung des Budgets auf diesem Marktniveau.

Die Marktlage nach Zahlen der GGL

Die GGL hat in ihrem Tätigkeitsbericht 2024 die wirtschaftlichen Eckdaten des deutschen Marktes zusammengefasst. Die Bruttospielerträge der lizenzierten Sportwettenanbieter lagen 2024 bei 1.963 Mio. €, ein Plus von 12 % gegenüber dem Vorjahr. Die zugrunde liegenden Wetteinsätze beliefen sich auf 8,2 Mrd. € (2023: 7,9 Mrd. €), die durchschnittliche Auszahlungsquote lag bei 76 % (2023: 78 %). Das ist die Kennzahl, die zeigt, wie viel von jedem Euro Einsatz bei den Spielenden ankommt, im Mittel über alle Anbieter und alle Märkte. 76 % Auszahlungsquote bedeutet 24 % Marge, eine Größe, die deutlich über dem liegt, was einzelne Top-Märkte erreichen, weil sie auch Nischenmärkte, Spezialwetten und exotische Ligen enthält.

Das Verhältnis zwischen Pre-Match-Wetten und Live-Wetten lag 2024 bei 47 % zu 53 %, der Fußball dominierte mit 78 % der Wetteinsätze, gefolgt von Basketball mit 8 %, Tennis mit 5 %, Kombinationen aus verschiedenen Sportarten mit 5 % und Eishockey mit 1 %. Das ist die Verteilung, die das Wettprogramm der lizenzierten Anbieter prägt, und sie zeigt, wo die Ressourcen der Anbieter tatsächlich liegen: im Fußball, in den Live-Wetten und in den großen europäischen Ligen.

Wer auf der Whitelist steht und wer nicht

Die Whitelist ist die einzige Quelle, die verlässlich Auskunft darüber gibt, ob ein Anbieter in Deutschland Sportwetten anbieten darf. Sie wird von der GGL gepflegt und ist öffentlich zugänglich. Wer die Liste nicht prüft, läuft Gefahr, auf einen Anbieter zu setzen, der zwar mit deutschem Marketing wirbt, aber keine Erlaubnis hat.

Was die Whitelist zeigt und was sie nicht zeigt

Die Whitelist der GGL führt nach dem Stand vom 02.10.2026 insgesamt 30 Einträge für die Veranstaltung und Vermittlung von Glücksspielen, davon 27 mit einer Erlaubnis für Sportwetten, wobei zwei dieser 27 zusätzlich eine Erlaubnis für Pferdewetten halten. Drei Einträge betreffen reine Pferdewetten. Alle gelisteten Domains sind .de-Domains, was umgekehrt nicht bedeutet, dass jede .de-Domain eines Sportwettenanbieters eine Erlaubnis hat. Die Whitelist führt weiterhin 129 Veranstalter und Vermittler mit einer Erlaubnis, die insgesamt 229 Glücksspielseiten abdecken, alle Glücksspielarten zusammengenommen, also auch virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Casinospiele. Diese Gesamtzahlen sagen mehr über die Größe des regulierten Marktes als über einzelne Anbieter.

Im Tätigkeitsbericht 2024 wird die Lage für das Sportwettenjahr 2024 beschrieben: 32 Veranstalter hatten eine Erlaubnis für die Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten, davon 13 für den stationären und Internetvertrieb (hybrid) und 19 nur für den Internetvertrieb. 27 dieser Erlaubnisinhaber hatten ein aktives Angebot. Der Vertrieb erfolgte 2024 online über 28 aktive Internetseiten und stationär über rund 2.300 Wettvermittlungsstellen, die rund 12.000 ODDSET-Annahmestellen verfügten noch über eine Übergangsregelung bis zum 30.06.2024. Das ist die Topographie des deutschen Sportwettenmarktes, wie ihn die GGL sieht.

Wer steht nicht auf der Liste

Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta ist keine deutsche Erlaubnis. Wer in Deutschland ohne deutsche Lizenz Sportwetten anbietet, verstößt gegen § 4 Abs. 1 GlüStV. Das ist kein Grenzfall, sondern die Grundregel, und sie wird auch durchgesetzt. Die Zahl der Untersagungsverfahren der GGL ist von 68 im Jahr 2022 auf 287 im Jahr 2025 gestiegen, 1.843 illegale Websites waren 2025 aus Deutschland nicht mehr erreichbar. Wer die Whitelist nicht prüft, läuft Gefahr, einen Anbieter zu nutzen, der heute noch erreichbar ist und morgen gesperrt wird, und zwar ohne Zugang zu OASIS, ohne LUGAS und ohne die insolvenzgeschützte Verwahrung der Spielergelder.

Wie die Kanalisierungsquote den Erfolg der Aufsicht misst

Die Kanalisierungsquote ist die Größe, mit der die GGL misst, wie viel des Glücksspielmarktes in lizenzierte Bahnen gelenkt wird. Für den Online-Glücksspielmarkt insgesamt nennt die GGL eine Quote von 77 %: 23 % des Marktvolumens 2024 entfielen auf unerlaubte Angebote. Für den Sportwettenmarkt allein ergibt sich aus einer Marktanalyse auf Basis von Steuerdaten ein anderes Bild: Die Kanalisierungsquote lag 2022 bei deutlich über 95 %, der Anteil illegaler Anbieter bei weniger als fünf Prozent. Die Diskrepanz zwischen den beiden Zahlen erklärt sich aus der unterschiedlichen Methodik, Steuerdaten erfassen nur die gemeldeten Einsätze, während die GGL-Studie das Gesamtvolumen schätzt, und aus dem unterschiedlichen Bezugsjahr.

Suchtprävention und der Weg aus dem Spiel

Eine deutsche Erlaubnis ist nicht nur ein Aufsichtsinstrument, sie ist auch ein Mechanismus, der im Ernstfall greift. Wer die Mechanismen kennt, weiß, an wen er sich wenden kann.

Eine leere Laufbahn im Stadion am frühen Morgen, Tau auf dem Rasen im Innenraum und unbesetzte Sitzreihen.
Die Zahl der Untersagungsverfahren der GGL stieg von 68 im Jahr 2022 auf 287 im Jahr 2025; 1.843 illegale Websites waren 2025 nicht mehr aus Deutschland erreichbar.

OASIS als Anker der Selbstsperre

Das Spielersperrsystem OASIS ist die technische und organisatorische Infrastruktur für spielersperren, die in Deutschland gelten. Eine Sperre wird nicht vom Anbieter ausgesprochen, sondern von der für den Wohnsitz zuständigen Behörde oder über einen Anbieter, der die Sperre an OASIS meldet. Die Sperre wird im zentralen Register erfasst, und jeder Anbieter mit deutscher Erlaubnis ist verpflichtet, das Register bei Registrierung und bei jedem Login abzufragen. Eine Selbstsperre, die in einer ODDSET-Annahmestelle ausgesprochen wurde, gilt automatisch auch für alle Onlineangebote mit GGL-Erlaubnis. Das ist der Punkt, an dem die Spielersperre den Schwarzmarkt nicht erreicht: Anbieter ohne deutsche Erlaubnis fragen OASIS nicht ab, und eine Sperre hindert niemanden daran, sich dort zu registrieren.

Die Panikfunktion als Atempause

Die Panikfunktion ist eine 24-Stunden-Sperre, die der Anbieter bei Knopfdruck auslöst. Sie gilt sofort und endet nach 24 Stunden. Für eine ernsthafte Pause ist OASIS das richtige Instrument, die Panikfunktion ist eine akute Reaktion, kein Selbstschutz. Wer in einer angespannten Spielsituation eine Pause braucht, drückt den Knopf und gewinnt Zeit, um sich zu orientieren. Wer die Spirale dauerhaft unterbrechen will, beantragt eine Selbstsperre über OASIS.

Wo Spielende Hilfe finden

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist die zentrale Anlaufstelle für Fragen zum pathologischen Spielen. Die Beratungsstellen der Länder, die Suchtberatungsstellen der Kommunen und kirchliche Träger bieten persönliche Beratung an, online und vor Ort. Die Nummer gegen Kummer ist unter 116111 erreichbar, anonym und kostenfrei. Anonym ist auch die Telefonberatung der BZgA zur Glücksspielsucht unter 0800 137 27 00. Diese Wege stehen allen offen, unabhängig davon, ob die Person auf der Whitelist spielt oder nicht.

Bewertungsraster: Wie ein Vergleich entsteht, der etwas aussagt

Eine Rangliste ohne erklärtes Raster ist eine Behauptung. Wer ein Raster offenlegt, macht die Rangliste überprüfbar. Was hier zählt, sind die vier Achsen, entlang derer die zehn Anbieter eingeordnet werden.

Ein handgeschriebener Notizblock mit Kugelschreiber neben einem Taschenrechner auf einem hellen Tisch, Seiten mit Skizzen und Pfeilen.
Der Vertrieb von Sportwetten erfolgte 2024 online über 28 aktive Internetseiten sowie stationär über rund 2.300 Wettvermittlungsstellen.

Lizenz und Erlaubnis

Die erste Achse ist die formale Voraussetzung. Wer eine GGL-Erlaubnis hält, steht auf der Whitelist, wer nicht, fällt durch. Innerhalb der Whitelist unterscheidet sich die Erlaubnis nach Datum: Eine Erlaubnis seit 2020 oder 2021 bedeutet, dass der Anbieter den Übergang vom grauen Markt in den regulierten Markt mitgemacht hat, eine Erlaubnis ab 2024 bedeutet, dass der Anbieter später in den Markt eingetreten ist und sich die Reputation erst noch erarbeiten muss. Beide Wege sind legitim, sie sind nur unterschiedlich alt.

Wettprogramm und Tiefe

Die zweite Achse ist das Wettprogramm. Wer nur Fußball anbietet, ist in diesem Punkt schmaler aufgestellt als ein Anbieter, der Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball und weitere Sportarten quotiert. Innerhalb des Fußballs entscheidet die Tiefe: Welche Ligen werden abgedeckt, bis hinunter in welche Regionalliga, welche Ligen in Asien und Afrika, welche Wettbewerbe in Südamerika, welche Märkte pro Spiel. Wer das Wettprogramm eines Anbieters prüft, sieht, wofür der Anbieter tatsächlich Ressourcen investiert.

Quoten und Marge

Die dritte Achse ist das Quoteniveau, gemessen als Auszahlungsquote oder implizite Marge. Wer 94 % Auszahlungsquote auf den Top-Märkten bietet, ist besser als einer, der 92 % bietet, der Unterschied summiert sich über das Jahr. Diese Größen schwanken täglich, und sie sind nicht über alle Anbieter und alle Märkte hinweg stabil. Wer den Anbieter über Monate nutzt, sieht, ob die Quoten konstant gut sind oder ob sie nur auf den Werbeseiten glänzen.

Zahlungswege und Auszahlung

Die vierte Achse sind die Zahlungswege, die in den AGB des Anbieters stehen. Erlaubt sind ausschließlich Zahlungskonten, die auf den Namen der spielenden Person lauten und bei einem Institut mit Pflichten nach dem Geldwäschegesetz geführt werden. Anonyme Zahlungsmittel, also Kryptowährungen, anonyme Prepaidkarten, sind nicht zulässig. Welche konkreten Marken ein Anbieter akzeptiert, ist seine Sache. Die Auszahlungsgeschwindigkeit, also die Zeit, die zwischen Auszahlungsantrag und Gutschrift vergeht, ist Teil des Kundenerlebnisses, aber nicht Teil des Bewertungsrasters, weil sie operativ schwankt.

Häufig gestellte Fragen

Wie lässt sich prüfen, ob ein Anbieter auf der GGL-Whitelist steht?

Die Whitelist wird von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder auf der eigenen Webseite veröffentlicht und ist ohne Anmeldung zugänglich. Sie führt für jeden Erlaubnisinhaber den Namen der Gesellschaft, den Sitz und das Datum der Ersterlaubnis, bei Folgeerlaubnissen auch die weiteren Daten. Die Liste ist nach Glücksspielart gegliedert, ein gesonderter Filter für Sportwetten erleichtert die Suche. Was die Liste nicht zeigt: den Status laufender Aufsichtsverfahren, also ob ein Anbieter gerade eine Untersagungsverfügung erhalten hat.

Was bedeutet eine Erlaubnis für das Einzahlungslimit und das Sperrsystem OASIS?

Eine Erlaubnis nach dem Glücksspielstaatsvertrag verpflichtet den Anbieter, das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat technisch durchzusetzen, und zwar über die LUGAS-Limitdatei. Eine Erlaubnis verpflichtet weiterhin, vor jeder Registrierung und jedem Login das Sperrsystem OASIS abzufragen, sodass eine bestehende Selbstsperre technisch nicht umgangen werden kann. Eine Erlaubnis verpflichtet zudem, die Spielergelder insolvenzgeschützt zu verwahren, mit Auszahlung des Restguthabens innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühr.

Warum zählt eine Lizenz aus Curaçao oder Anjouan in Deutschland nicht?

Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta ist eine Erlaubnis des jeweiligen Ausstellungslandes, nicht des Landes, in dem das Spielangebot genutzt wird. Wer in Deutschland Sportwetten anbieten will, braucht eine Erlaubnis der GGL, alles andere fällt nicht unter die deutsche Aufsicht und nicht unter den deutschen Spielerschutz. Das hat konkrete Folgen: Kein Anschluss an OASIS, keine Anbindung an die LUGAS-Limitdatei, keine insolvenzgeschützte Verwahrung der Spielergelder, keine eigene Aufsicht über die Einhaltung der Werberegeln, und im Streitfall kein Rückgriff auf die deutsche Justiz.

Wie hoch ist die Sportwettensteuer, und wer trägt sie am Ende?

Die Wettsteuer beträgt 5,3 % auf der Bemessungsgrundlage Einsatz minus Steuer selbst, das entspricht rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Schuldner ist der Veranstalter, also der Buchmacher, nicht der oder die Wettende. Ob der Anbieter die Steuer an die Spielenden weitergibt, ist eine unternehmerische Entscheidung und steht in den AGB des jeweiligen Anbieters. Manche Anbieter ziehen die Steuer direkt vom Einsatz ab, andere reduzieren die Quote, wieder andere tragen sie vollständig selbst, was sich im Nettoertrag niederschlägt.

Gilt die Erlaubnis für Sportwetten auch für Slots, Poker und Casinospiele?

Nein, eine Erlaubnis für Sportwetten gilt ausschließlich für die Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten nach § 21 GlüStV. Wer virtuelle Automatenspiele, Online-Poker oder Casinospiele anbieten will, braucht eine separate Erlaubnis, die in der Whitelist als eigenständiger Eintrag geführt wird. Die Whitelist zeigt für jeden Anbieter genau die Erlaubnisse, die er hält, sodass sich auf einen Blick prüfen lässt, ob ein Anbieter neben Sportwetten auch andere Glücksspiele anbieten darf. In der Liste der zehn Anbieter dieses Vergleichs halten einige zusätzlich eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele, andere nicht, ohne dass das einen Vorteil oder Nachteil für Sportwettkundinnen und -kunden bedeutet.

Erstellt von der Redaktion von „Wettlizenzinfo”.

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